Der Verbraucherschutz beinhaltet alle Anstrengungen und Maßnahmen, die den Einzelnen in seiner Rolle als Verbraucher in der Konsumgesellschaft schützen sollen. Verbraucher haben in der Regel nicht die notwendige Fach- und Sachkenntnis und sind deswegen gegenüber den Herstellern und Anbietern von Dienstleistungen unterlegen. Aufgabe des Verbraucherschutzes auf staatlicher und privater Ebene ist es, diesen Vorteil, den Hersteller und Dienstleister sowie die Vertreiber von Waren haben, so gut wie möglich auszugleichen.

Noch gibt es in Deutschland kein allumfassendes Verbraucherschutzgesetz, aber es gibt eine Reihe von Einzelgesetzen, mit denen die Rechte der Verbraucher geschützt werden.
Dazu gehören das Gesetz über Haustürgeschäfte, Fernabsatzverträge, die Gesetzgebung zu Verbraucherdarlehen, das Widerrufsrecht, das Insolvenzrecht und auch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Schwerpunktmäßig beschäftigen sich ein Bundesministerium und das Bundesamt für Verbraucherschutz mit der Thematik und die den meisten Verbrauchern bekannte Stiftung Warentest, die sich in vielen Themen ausschließlich dem Schutz und der Aufklärung der Verbraucher widmet sowie die bundesweit tätigen Verbraucherzentralen.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

Auf staatlicher Seite ist der Verbraucherschutz im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft angesiedelt. Hier werden Gesetzesvorschläge erarbeitet, Studien in Auftrag gegeben oder Richtlinien entworfen. Dazu gehört beispielsweise auch das umstrittene Nichtraucherschutzgesetz, dass trotz heftigen Widerstandes der Tabakindustrie und der Branche der Gastronomie schrittweise eingeführt wurde.
Ein anderes wichtiges Verbraucherschutzgesetz aus dem Verbraucherschutzministerium ist das Jugendschutzgesetz, in dem gesetzlich geregelt ist, dass an Jugendliche unter 18 Jahren kein Alkohol und keine Tabakwaren abgegeben werden dürfen.
Andere wichtige Bereiche, in denen die Rechte der Verbraucher gestärkt werden, sind das Versicherungsrecht, das Fahrgastrecht oder das jüngst in Kraft getretene Gesetz, das die Verbraucher besser vor unerlaubten Werbeanrufen und daraus entstehenden Verträgen schützen soll. Ein Verbraucherinformationsgesetz gibt jedem Verbraucher das Recht, bei den zuständigen Behörden Informationen zu Lebensmitteln und Konsumartikeln des täglichen Bedarfs zu erfragen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Dieses Amt ist ein staatlicher Dienstleister für Verbraucher, die auf die Sicherheit der in Deutschland verkauften Lebensmittel vertrauen. Hier können sich Verbraucher hinwenden, wenn sie befürchten, dass Lebensmittel verunreinigt, vergammelt oder manipuliert wurden.
Von diesem Amt wird die Lebensmittelüberwachung koordiniert. Es werden Schnellwarnsysteme entwickelt und Maßnahmen zur Prävention getroffen. Je besser der Verbraucher geschützt wird, desto einfacher ist, dass Lebensmittelskandale, wie der mit dem Gammelfleisch, erst gar nicht auftreten.

Die Verbraucherzentralen

Die Verbraucherzentralen sind deutschlandweit unter dem Dach des Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. aktiv. In den Verbraucherzentralen findet der Verbraucherschutz zum „Anfassen“ statt. Sie arbeiten mit öffentlichen Mitteln der Länder, der Kommunen und des Bundes. Es sind unabhängige gemeinnützige Organisationen, an deren Ausbau weiter gearbeitet wird.

Ziel der Verbraucherzentralen ist es, den Verbraucher in allen Fragen des privaten Konsums zu informieren, zu beraten und gegebenenfalls auch rechtlichen Beistand zu erbringen. Die Verbraucherzentralen beraten zu Themen wie Kaufrecht, Kreditrecht, Schulden und Insolvenz, Versicherungen und Geldanlage, Reiserecht, Baufinanzierung und viele weitere, die alle zusammen genommen dem Verbraucher umfassende und praktische Unterstützung geben. Die Verbraucherzentralen helfen bei rechtlichen Fragen und bereiten auch Sammelklagen vor.
Den Verbraucherzentralen wurde als einzige Organisation das Recht eingeräumt, Verbrauchern Rechtsberatung zu geben, was sonst nur Rechtsanwälte dürfen. Dementsprechend können die Verbraucher von der Kompetenz der Mitarbeiter vor Ort ausgehen.

Die Stiftung Warentest und weitere nicht staatliche Institutionen

Die Stiftung Warentest ist eine unabhängige Organisation zum Schutz der Verbraucher, die Waren und Dienstleistungen untersucht und vergleicht. Die Stiftung Warentest ist den Verbrauchern bekannt und hat mit ihren Bewertungen einen sehr großen Einfluss auf das Kaufverhalten der Verbraucher. Die Stiftung Warentest finanziert sich durch den Verkauf der Zeitschriften „test“ und „Finanztest“ sowie durch den Verkauf von Testergebnissen im Internet.

Die Presse und private Initiativen haben insgesamt sehr dazu beigetragen, daß Verbraucherthemen in der Öffentlichkeit mehr und mehr in den Fokus geraten. So findet man auf immer mehr Lebensmitteln und anderen Produkten den Siegel der Zeitschrift Ökotest. Die firma Trusted Shops zertifiziert und überwacht Onlineshops hinsichtlich der Einhaltung gesetzlicher Lieferbedingungen und spricht sogar eine “Geld-zurück-Garantie” aus, sollten , die von ihnen zertifizierten Shops diese nicht einhalten. Der ADAC steht seit Jahren für das Thema Verkehrssicherheit und prüft nicht nur Autos, sondern z.B. auch Kindersitze oder Fahrradanhänger auf ihre Verkehrssicherheit